Die Karategeschichte

Ungefähr vor 1.400 Jahren als Daruma, der Gründer des Zen Buddhismus, Westindien verließ, die Bergkette des Himalajas überquerte um nach China zu gelangen um dort die Lehren des Buddhismus zu verbreiten beginnt auch die Geschichte des Karate.

Man kann sich sicherlich vorstellen, was für eine Tortur diese Reise gewesen sein muß. Wie groß muß die geistige und körperliche Stärke sowie Mut gewesen sein, Tausende
von Kilometern allein zurückzulegen.

Als er einige Jahre später im Shaolin-Tempel missionierte, entfachte er eine große Begeisterung für hartes Training von Geist und Körper. Oft sagte Daruma zu seinen Mönchen: Meister Funakoshi Gichin, der Begründer des Shôtôkan-ryû "Obwohl der Weg des Buddhismus für die Seele gedacht ist, sind Körper und Seele untrennbar. Für das Durchhalten des Geistes ist es unerläßlich, körperliche Kraft zu entwickeln."

Durch dieses Training waren die Mönche in der Lage, ihre körperlichen und geistigen Kräfte wiederzuerlangen und zu entwickeln. Und gerade diese Mönche wurden später allseits für ihren Mut und ihre Geduld gerühmt.

Diese Lehre vom Daruma verbreitete sich dann in China und man benannte sie nach ihrem Ursprung "SHORIN-JI KEMPO". Später wurde es dann auch auf den Ryukyu-Inseln und somit auch auf der Insel Okinawa verbreitet. Hier entwickelte sich aus dem SHORIN-JI KEMPO das OKINAWATE, dem Vorgänger des Karate. Obwohl es keine genauen Aufzeichnungen gibt, scheint festzustehen, daß auf Okinawa schon sehr früh eine Kampfkunst unter dem Namen "KEMPO" ausgeübt wurde.

Vor ungefähr 500 Jahren, nachdem Hero König "Sho Hashi" die drei Gebiete von Okinawa vereinte, wurde ein Gesetz verabschiedet, nachdem es verboten war, Waffen zu besitzen. Ca. 200 Jahre später sind alle Waffen eingezogen worden. Dies war in der Zeit, als die Ryukyu-Inseln unter die Herrschaft des Salsma-Clan kam. Es wird angenommen, daß gerade das Waffenverbot die Entwicklung von Selbstverteidigungssystemen vorangetrieben hat. Auch durch Reisende zwischen Okinawa und China wurden diese Systeme beeinflußt.

Die Überlieferung besagt, daß vor 200 Jahren ein gewisser "Sakugawa" nach Shuri reiste. Hier wurde er als SHIODAIRA von SHURI durch einen neuen Kempo-Stil bekannt.

Jahre später kam ein chinesischer Meister Namens Ku SHANKU nach Okinawa. Mit einigen seiner Studenten stellte er eine Art Kempo vor. Solche Einflüsse chinesischer Meistere wie Ku SHANKU oder auch Asou MATSUMMRA, MAESATO oder KUNENBOYA haben sehr zur Entwicklung der Okinawa-Meister wie z.B. Skiyama, Gushi und Tomoyoshi beigetragen, und dadurch der Grundstein für das heutige Karate gelegt.

Der Shuri-Te Meister Sokon MATSMURA (1809-1898) hatte unter anderem zwei später sehr bekanntgewordene Schüler. Einer von ihnen war Yatsutsune ITOSU der andere Yasutsune AZATO. Bei beiden hat der Begründer des Shotokan-Karate Gichin FUNAKOSHI studiert, überwiegend jedoch bei Meister AZATO. Das Karate-Training wurde auf Okinawa immer im Geheimen abgehalten. Es war einfach undenklich, Karate in der Öffentlichkeit zu zeigen. Deshalb gibt es auch keinerlei schriftliche Aufzeichnungen über Karate aus dieser Zeit.





<aus dem "Lehrbuch über Shotokan-Karate" von Sensei D. Flindt>